BIM Textil Mietservice
Betriebshygiene GmbH
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Pressespiegel

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Ein ganzer Wagon für den KONSUM01.03.2010

Quelle: Wirtschaftsspiegel

Es gibt ein paar Grundsätze im Familien- unternehmen Wagner, die sich seit über dreißig Jahren wie ein roter Faden durch die Betriebsgeschichte ziehen. Einer davon ist: Mit einer Idee der Erste am Markt zu sein. Soll heißen: Es gibt sicher immer noch einen, der es besser kann. Aber es gibt nur einen, der zuerst da ist.

1990. Der Abend vor der Währungsunion. Auf dem Gerstunger Bahnhof rollt das erste Ostgeschäft der Firma BIM Reinigungstechnik an, verpackt in einem kompletten Bahnwagon – Küchenkrepp, Toilettenpapier, Papiertaschentücher, Servietten, Putzmittel, Waschmittel – und bestimmt für die Konsumverkaufsstellen und -gaststätten zwischen Eisenach und Weimar. Und am Tage der Währungsunion waren sie eben die Ersten, die mit ihrer Idee am Start waren. Und mit einem „Warenkorb“ all jener Artikel des täglichen Bedarfs, die der Unternehmer Hans Ludwig Wagner seit der Grenzöffnung akribisch ermittelt und für die Konsumgenossenschaft zusammengestellt hatte.

Aber noch heute erinnern sich Hans Ludwig und Martin Wagner gern an ihr erstes Ostgeschäft und die so unvorstellbare Menge. „Bis zum Flamat Kohlenanzünder war so ziemlich alles dabei, was wir damals in unserem Sortiment hatten”, erzählt Martin Wagner, heute Geschäftsführer der BIM Textil Mietservice Betriebshygiene GmbH, die aus der Firma von damals erwachsen ist.

Während Vater und Sohn im Schrift verkehr mit der ehemaligen Konsumgenossenschaft blättern, erklären sie auch, dass das Geschäft zustande kommen konnte, weil das kleine Familienunternehmen aus dem hessischen Wildeck-Bosserode mit dieser Lieferkapazität den eigenen Fuhrpark besser auslasten konnte.

Auf der Suche, mit weiteren Geschäften oder einer Beteiligung in Thüringen Fuß zu fassen, berichtet Martin Wagner von Besuchen im Lederwerk Arnstadt. „Das war für mich persönlich ein wirklich einschneidendes Erlebnis.”

Erlebnis im negativen Sinne war zunächst der sorglose Umgang mit der Gerbflüssigkeit, die ungefiltert in die Gera geleitet wurde. Doch was er in der Putztuchwäscherei, der einzigen in der DDR überhaupt, erlebte, regt noch heute zum Schmunzeln an und er traute seinen Augen nicht recht. Die gewaschenen Maschinenputztücher wurden von Frauen auf den fünf Etagen eines angrenzenden Speichers zum Trocknen auf Leinen gehängt ... Not macht eben erfinderisch.

Aus der Situation das Beste zu machen, das kennt auch Firmengründer Hans Ludwig Wagner. Und so war es weniger die Not, die jenseits der Grenze im Hessischen erfinderisch machte, als vielmehr die wirtschaftliche Benachteiligung, mit der Kleinunternehmen und Gewerbetreibende am westlichen Zonenrand leben mussten, zumal in einer Region fernab der Metropole Frankfurt, ländlich geprägt – und eben auch mit einer Grenze.

Ideenreichtum und Weitsicht wurden für Hans Ludwig Wagner die Triebfedern und der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. Schon Mitte der sechziger Jahre begann er als Unternehmer in Wildeck-Bosserode und sollte schließlich den ersten Chemischen Reinigungsbetrieb in der Region betreiben. Mit mehreren Ladengeschäften und einem Annahmenetz von 30 Annahme stellen lief das Geschäft gut – zumindest saisonal. Im Sommer hatte die Textilreinigung eher Flaute.

„Weil die Umsätze unserer Wäscherei unregelmäßig flossen, habe ich nach amerikanischem Vorbild angefangen, Firmenbekleidung zu vermieten. Das lief schließlich so gut, dass ich mehr Kapazitäten benötigte und nach neuen Flächen gesucht habe”, erinnert sich Hans Ludwig Wagner. Doch im hessischen Umfeld erschöpften sich die örtlichen Gegebenheiten für den Familienbetrieb weitgehend.

„Die Grenzöffnung 1989 kam für unseren Betrieb gerade zu einem richtigen Zeit - punkt”, sagt der heute 70-jährige Firmengründer. Martin Wagner, der mit dem Unternehmen groß geworden ist und im letzten Jahr die Geschäfte aus den Händen des Vaters übernommen hat, ist sich sicher: „Egal, zu welcher Zeit. Mein Vater hätte die Grenzöffnung immer genutzt, um ideenreich nach neuen Chancen zu suchen.”

Und so war es in den Wendejahren vor allem der unternehmerische Weitblick, sich darauf einzulassen, im thüringischen Gerstungen-Untersuhl mit einem Firmenneubau zu wachsen. Wachsen zu müssen, denn der mittlerweile globale Reinigungsmarkt ließ den „Kleinen“ in der Branche ansonsten keinen Raum mehr. Außerdem stand bei Wagners bereits die zweite Generation in den Startlöchern, die bereit war, das Familienunternehmen tatkräftig zu unterstützen.

Der Betrieb auf der „grünen Wiese” wurde zur Bewährungsprobe für Martin Wagner. „Die Aufgaben waren ganz klar verteilt. Mein Vater war für den technischen Bereich zuständig und ich für den kaufmännischen. Er hat mich arbeiten lassen, mit eigenem Aufgabenbereich, um selbst Erfahrungen zu sammeln.”

Aus dem Reinigungsbetrieb mit anfangs zehn Mitarbeitern hat sich ein leistungsfähiger Textilreinigungs- und Wäschereibetrieb mit einhundert Beschäftigten entwickelt. Dazu erweiterte sich der Kundenkreis über die deutschen Grenzen hinaus nach Europa.

Eine besondere Wertschätzung erfuhr die BIM-Gruppe für ihr unternehmerisches Engagement im Mai 2009 mit der Auszeichnung des erstmals für Deutschland, Österreich und die Schweiz vergebenen Branchenpreises „RWin – Beste Wäscherei 2009”.

„Es ist das Verdienst meines Vaters, immer weitsichtig nach Neuem Ausschau gehalten zu haben, Neues zu machen und mit dem BIM-Kreislaufverfahren sogar eine patentierte Lösung zu entwickeln”, sagt Martin Wagner. Er könne dieses Fundament nun weiter strukturieren und darauf aufbauen. Die solide Entwicklung der BIM-Gruppe begründet er damit: „Wir haben alles selbst gestemmt, vom Westen aus. Wir haben keinen Ostbetrieb übernommen, um dann Zusagen vielleicht nicht halten zu können.”

Und so entstand, nur fünf Kilometer von hessischen Betriebswurzeln entfernt in Thüringen ein moderner Industriebetrieb. Mehr noch: „Wir machen heute noch das, was mein Vater in den Wendejahren aufgebaut hat, nur größer und mit einer neuen Qualität”, betont der BIM- Geschäftsführer.

Dazu gehöre immer noch, erster am Markt sein zu wollen; aber nur dann, wenn die Entscheidung und das Engagement Erfolg und Nachhaltigkeit für die Unternehmensentwicklung versprechen.

Quelle: Wirtschaftsspiegel, Nr. 01/2010 · 6. Jahrgang
Autorin: Constanze Koch



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